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20.10.2015, 10:34 Uhr | © Fränkische Nachrichten, Dienstag, 20.10.2015
Nicht nur mit Zitaten ein lebendiges Bild gezeichnet
Ellen Heibach hielt bei Senioren-Union eindrucksvollen Vortrag über Dietrich Bonhoeffer
Wertheim. Die Senioren-Union hatte zu dem Vortrag im Gasthaus "Zorbas" eingeladen. Wie es im Pressebericht der Verantwortlichen heißt, waren zahlreiche Zuhörer beeindruckt von der Lebensgeschichte und dem Mut Bonhoeffers.
"Von guten Mächten treu und still umgeben": Mit diesem bewegenden Gedicht Dietrich Bonhoeffers an seine Verlobte begann Ellen Heibach ihren eindrucksvollen Vortrag über Leben und Wirken dieses außergewöhnlichen Theologen, der bis zu seinem grausamen Tod nicht nur die christliche Lehre verteidigte, sondern auch aktiven Widerstand gegen das Schreckensregime Adolf Hitlers leistete. Am 9. April 1945, also kurz vor Kriegsende, wurde er im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet und verbrannt.

Bonhoeffer war ein begnadeter Theologe, der als 24-jähriger und somit jüngster Privatdozent für evangelische Theologie zunächst als Jugendreferent wirkte. Die Gleichschaltung der Kirchen zu den "Deutschen Christen" lehnte er vehement ab. Später gründete er mit Martin Niemöller einen Pfarrernotbund zum Schutz der bedrohten Amtsbrüder jüdischer Herkunft. Längere Aufenthalte in England und in den USA nutzte er zur Weitergabe von Informationen über die Situation im Heimatland - leider mit wenig Erfolg. So konnte er auch die internationale Anerkennung der gleichgeschalteten "Deutschen Christen" nicht verhindern. 1935 kehrte Bonhoeffer wieder nach Deutschland zurück und übernahm für die Bekennende Kirche ein Predigerseminar in Finkenwalde. Das wurde 1937 von den Nationalsozialisten geschlossen, aber von Bonhoeffer im Untergrund weitergeführt.
Ab 1939 war er aber mit Personen wie Hans von Dohnany, Wilhelm Canaris, Karl Sack und Ludwig Beck aktiv im Widerstand gegen den Nationalismus. Nach dem 20. Juli 1944 wurde er als Teil der Verschwörergruppe verhaftet und im April 1945 hingerichtet.
In wurde 1965 die damalige Wolfram von Eschenbach-Schule auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Scheuermann in Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium umbenannt.
Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren sehr beeindruckt von Ellen Heibachs Vortrag. Diese würzte ihre Ausführungen mit einer Fülle von Daten und Fakten sowie Originalzitaten. Insgesamt erinnerte die Referentin auf eindrucksvolle Weise an diesen mutigen Widerstandskämpfer.