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16.02.2020, 00:00 Uhr | © CDU-Stadtverband Wertheim
Besuch bei „UrLi“
CDU Stadtverband macht sich von der Situation in der Werkrealschule ein Bild

Urphar-Lindelbach. Der kommissarische Schulleiter Dieter Fauth begrüßte die Mitglieder der Vorstandschaft und CDU-Fraktion im Gemeinderat. Der Initiator des Besuchs, Bernd Hartmannsgruber, dankte für diesen Termin und freute sich über die rege Teilnahme aus dem Stadtverband.

Besucher des CDU-Stadtverbandes im Gespräch mit Schulleiter Dieter Fauth

Er bat Schulleiter Fauth um ein Statement zu den Punkten wie die Zukunft der Schullandschaft, die künftige Konzeption der Werkrealschule, aus welchen Schulbezirken das Schülerklientel komme und welche Unterrichtsprinzipien Anwendung finden.

Last but not least war die Meinung bezüglich einer Campuslösung in Bestenheid für die CDU-Abordnung von Interesse.

In seinen anschließenden Ausführungen informierte Dieter Fauth über die Werkrealschule, die eigentlich eher der traditionellen Hauptschule gleichkomme, da man keine 10. Klasse habe. Den Unterricht für drei Klassen mit insgesamt 53 Schülern schultere man mit 145 Lehrerstunden, davon vier Stammlehrer, die 60% des Unterrichts übernehmen, sowie abgeordneten Kollegen aus der Realschule.

Er selbst sei als kommissarischer Schulleiter für vier Stunden von der Realschule abgeordnet, was vom Zeitansatz nicht als ausreichend anzusehen ist. Ehrenamt gehöre eben auch dazu und er werde gern seinen Dienst noch einige Jahre ausüben, wenn es seine Gesundheit zulasse.

 

Die Säulen der künftigen Konzeption sind Marketing, innere Schulentwicklung und öffentliches Auftreten, z.B. im Leben der umliegenden Gemeinden und Vereine sowie mit Besuchen der außerschulischen Bildungsträger in Wertheim (Museen, …). Die Werkrealschule stehe im Wettbewerb mit anderen Schularten. Aktiv zu werben und dabei digitale Angebote und Medien aller Art zu nutzen sei unverzichtbar. So wurde mittlerweile auch ein neuer Flyer aufgelegt und eine Homepage der Schule gestaltet (www.hs-wrs-urli.de).

Die innere Entwicklung wird zunehmend durch Kooperationen bestimmt. So pflegt die Schule mit zehn Wertheimer Firmen, im Schwerpunkt Handwerk, eine Partnerschaft. Damit ist künftig eine Berufsorientierung ab Klasse 5 möglich ist.

Man möchte das Spektrum vom Pflegeberuf bis zum Schreiner abdecken und mit dem Schulabschluss möglichst die Verfügbarkeit einer Lehrstelle zu gewährleisten.

Weitere Kooperationen gibt es mit der Stadtbücherei bezüglich Medienangebote, Autorenlesungen, Bücherei-Rallyes und mehr, weiterhin die tageweise Mitarbeit der Schüler bei der Wertheimer Tafel sowie einer Partnerschaft mit der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, um sich auch mit dieser Thematik zu beschäftigen.

Das Profil möchte man durch außerschulische Partner schärfen, um die Vielfalt der schulischen Ausbildung einer Werkreal- und Hauptschule als Herausstellungsmerkmal zu verdeutlichen.

Es ist daher wichtig die speziellen Schulprofile, mit unterschiedlichen Hauptschulabschlüssen der einzelnen Schularten wie Real-, Gemeinschafts- und Werkrealschule, deutlich in der Öffentlichkeit darzustellen.

Der neue Bildungsplan weist eine steigende Theoretisierung auf, um den behördlich festgestelltem Niveauverlust der Schulausbildung entgegenzuwirken. Allerdings läuft dies einer Praxisorientierung und erzieherischen Beschäftigung ganz deutlich zuwider.

Besonders hilfreich wirkt begleitend die Schulsozialarbeit mit künftig steigendem Bedarf, da leider ein Trend zu erhöhtem Förderbedarf bei so manchem Schüler erkennbar ist.

Die problematische, nicht bindende Grundschulempfehlung, bei der die Hauptschulempfehlung nach wie vor leider kaum mehr vorkommt, hat leider mit zu einer Demontage der Hauptschule als Schulart beigetragen, der UrLi nun gegensteuern muss.

Bei den diversen Planungen zu einer möglichen Campuslösung in Bestenheid, muss der Schüler im Vordergrund stehen. Die Überschaubarkeit für Lehrer und Schüler, derzeit etwa 1000 Realschüler, ginge bei einem „Mega-Campus“ verloren und wäre nur durch eine klare Abgrenzung in der Binnenstruktur vorstellbar.

Dabei darf sicher die schwierige Außenwirkung eines solchen Schulkomplexes auf die umliegende Infrastruktur nicht außer Acht gelassen werden.

Viel besser ist die bisherige Dezentralisierung der Schulstandorte in einer Flächenstadt wie Wertheim. Sie bringt für den Einzelnen ein vertrautes, überschaubares Schulumfeld.

In der sehr offenen Gesprächsatmosphäre, die jederzeit Zwischenfragen zuließ, endete die abschließende Diskussionsrunde mit dem Dank des Fraktionsvorsitzenden Axel Wältz an Schulleiter Fauth.