Presse
07.03.2019, 10:55 Uhr | © Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 06.03.2019
CDU-Senioren im Gespräch
Für ein besseres Verständnis

Wertheim. Nicht zum Islam zu konvertieren, sondern ein besseres gegenseitiges Verstehen hatten sich die Teilnehmer der Seniorenunion vor ein paar Tagen unter Führung ihres Vorsitzenden Jürgen Küchler, beim Besuch der Selimiye-Moschee im Wertheimer Stadtteil Reinhardshof zum Ziel gesetzt.

„Es ist der Versuch, in der kritischen Öffentlichkeit Vorbehalte oder gar Ängste abzubauen. Ein Schritt, damit die Menschen ruhig schlafen können“, sagte Turan Gülecin, Vorsitzender des Moscheevereins, vor der Führung durch das Gebäude.

Ehemals Teil einer US-Kaserne, ist die Moschee als solche von außen kaum zu erkennen. Hier hat man, einem Kompromiss folgend, auf Kuppel und Minarett verzichtet.

Die CDU-Senioren konnten sich die getrennten Gebetsräume für Frauen und Männer, den Raum zur rituellen Waschung sowie die Aufenthaltsräume ansehen. Für den Unterhalt und die Ausstattung des Gebäudes muss der Moscheeverein durch Spenden der Gläubigen selbst aufkommen.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Wertheim e. V. ist als Trägerverein Mitglied der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e. V. (DiTiB). Der Dachverband DiTiB vertritt bundesweit über 960 Gemeinden.

Der Verein verfolgt seit Antritt des neuen Vorstandes eine Strategie der Offenheit. Man habe nichts zu verbergen, sagt Gülecin immer wieder. Er wies mehrfach darauf hin, dass man sich keinesfalls politisch betätige und der Schwerpunkt die Ausübung des Islam sei. „Das Haus ist für alle offen und wer kommen möchte ist herzlich willkommen“, so der Vorsitzende. Der Moscheeverein engagiere sich inzwischen auch stark in der Arbeit mit Geflüchteten, unter anderem werden Deutschkurse durchgeführt.

In einer sehr angeregten Diskussion mit dem Imam und Mitgliedern der islamischen Gemeinde wurden Themen wie das Verhältnis Politik zum Islam, Terror und Integration angesprochen.

Jürgen Küchler bedankte sich für die CDU-Seniorenunion und merkte an, dass es notwendig sei, aufeinander zuzugehen und vielleicht auch einmal dabei den ersten Schritt zu tun.

Turan Gülecin stellte dazu abschließend fest: „Wir sind hier in Deutschland und halten uns an Recht und Gesetz. Die türkischen Gesetze interessieren uns hier nicht“. cdu